Wer bereits während seines Schauspielstudiums von einem renommierten Regisseur wie Michael Verhoeven für die Verfilmung eines der symbolgebendsten Beispiele deutscher Geschichte besetzt wird, darf zu Recht als Ausnahmetalent bezeichnet werden: Mit der Verkörperung des Studenten Willi Graf, Angehöriger der Widerstandsbewegung WEISSE ROSE, gab Ulrich Tukur in Verhoevens gleichnamigem Film (1982) sein Debüt auf der großen Leinwand und legte damit den Grundstein für eine beispiellose Karriere. Nur zwei Jahre nach Tukurs Leinwanddebüt wurde Peter Zadek auf ihn aufmerksam, der ihn zunächst für das Stück „Ghetto“ an die Freie Volksbühne Berlin holte und mit seinem eigenen Weggang darauffolgend von 1985-1995 in zahlreichen Haupt- und Nebenrollen am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg besetzt. Seither ist er nicht mehr aus der Film- und Theaterwelt wegzudenken. Auch als Schriftsteller und Musiker der Tanzkapelle Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys versteht er es, sein Publikum immer wieder aufs Neue zu überraschen und zu begeistern.

Zu Beginn der 2000er Jahre weitete Tukur seine Schauspielkarriere auch international aus und konzentrierte sich verstärkt auf seine Kinoarbeiten: In István Szabós TAKING SIDES – DER FALL FURTWÄNGLER (2002) verkörperte er einen Violinisten; in Costa-Gavras' DER STELLVERTRETER (2002) einen SS-Obersturmführer und in Steven Soderberghs Hollywood-Produktion SOLARIS (2002) einen Astronauten. Nachdem er für seine Leistung in dem Oscar®-prämierten Stasi-Drama DAS LEBEN DER ANDEREN (2006, Regie: Florian Henckel v. Donnersmarck) mit dem Deutschen Filmpreis als Bester Nebendarsteller ausgezeichnet wurde, spielte er in so unterschiedlichen Filmen wie dem ironischen Beziehungsfilm EIN FLIEHENDES PFERD (2007, Regie: Rainer Kaufmann), dem Bergsteigerdrama NORDWAND (2008, Regie: Philipp Stölzl) und dem Historienfilm JOHN RABE (2009, Regie: Florian Gallenberger), für den er 2009 mit einem weiteren Deutschen Filmpreis als Bester Hauptdarsteller geehrt wurde. Im selben Jahr brillierte er als herrischer Baron in Michael Hanekes Oscar®-nominiertem Drama DAS WEISSE BAND. Zu Tukurs jüngeren Auftritten auf der Kinoleinwand zählen neben EXIT MARRAKECH (2013, Regie: Caroline Link) und seiner brillante Verkörperung des Glücksforschers Gluck in der Romanverfilmung GLEISSENDES GLÜCK (Regie: Sven Taddicken) auch sein Auftritt in Fatih Akins Drama AUS DEM NICHTS auf der großen Kinoleinwand zu sehen.

2007 gab er mit „Die Seerose im Speisesaal – Venezianische Geschichten“ sein Debüt als Autor. Der Erzählband ist eine Hommage an Venedig, wo Tukur viele Jahre lebte. Darauf folgte die sehr erfolgreiche Novelle „Die Spieluhr“, ein Roman soll bald folgen.

Seit 2010 ermittelt Ulrich Tukur als „Tatort“-Kommissar Felix Murot für den Hessischen Rundfunk und sorgt mit seinen außergewöhnlichen Fällen immer wieder für Aufsehen.



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