Ob als Schauspielerin oder Sängerin – Dagmar Manzel entwickelt eine Sogkraft, der man sich nicht entziehen kann. Wie kaum eine Schauspielerin schafft sie es, sich jede Rolle chamäleongleich anzueignen und ist immer die Figur, die sie auf der Bühne oder im Film verkörpert. In Berlin geboren, gehört die Absolventin der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin zu den erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen. Von 1980 bis 1983 war sie am Staatsschauspiel Dresden engagiert, von 1983 bis 2001 gehörte sie dem Ensemble des Deutschen Theaters Berlin an. Seither ist sie freiberuflich als Schauspielerin und Sängerin tätig.

In Film und Fernsehen spielte sie u. a. in COMING OUT von Heiner Carow und in Helmut Dietls SCHTONK, 1997/98 drehte sie den Dreiteiler „Der Laden“, für den das Darstellerteam den Grimme-Preis in Gold erhielt. In der Serie „Klemperer – Ein Leben in Deutschland“ (1999, Regie Kai Wessel, Andreas Kleinert) spielte Dagmar Manzel die Frau des jüdischen Professors Klemperer (ausgezeichnet mit dem Deutschen Fernsehpreis 2000). Für ihre Rolle in dem Fernsehfilm „Leben wäre schön“ von Kai Wessel bekam sie 2004 den Adolf Grimme-Preis und den Bayerischen Fernsehpreis. Für ihre Rollen in den Filmen „Nachrichten“ von Matti Geschonneck und „Als der Fremde kam“ von Andreas Kleinert wurde sie 2006 mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. In dem Kinofilm FREI NACH PLAN von Franziska Meletzky war sie in der Rolle der Rocksängerin Anne zu sehen und erhielt auf dem Internationalen Filmfestival in Shanghai den Preis als beste Darstellerin. Zu ihren neueren Arbeiten für das Kino zählen JOHN RABE (2009, Regie: Florian Gallenberger), DIE UNSICHTBARE (2010, Regie: Christian Schwochow), DIE VERLORENE ZEIT (2010, Regie: Anna Justice), ZETTL (2011, Regie: Helmut Dietl) sowie STILLER SOMMER (2013, Regie: Nana Neul). Des Weiteren wurde sie für Christian Schwochows Verfilmung des Siegfried Lenz-Romans DEUTSCHSTUNDE besetzt. Für die Rollen in DIE UNSICHTBARE und in ZETTL bekam sie 2012 den Deutschen Schauspielerpreis. Für DIE UNSICHTBARE wurde sie mit dem Deutschen Filmpreis 2012 ausgezeichnet. Für ihre Emma in „Besuch für Emma“ (2015, Regie: Ingo Rasper) wurde sie von den Mitgliedern der Deutschen Akademie für Fernsehen zur besten Schauspielerin 2016 gewählt. 2017 erhielt sie den Filmpreis Paula für ihr gesamtes filmisches Schaffen. Seit Herbst 2014 ist Dagmar Manzel als Kommissarin im Franken-Tatort zu sehen.

Eine besondere Liebe Dagmar Manzels gilt der Musik: Nach ihrem erfolgreichen Solo-Liederabend „Ich bin ein Wesen leichter Art“ brillierte sie am Deutschen Theater in der Titelpartie der Offenbach-Operette „Die Großherzogin von Gerolstein“ und als Périchole in der Offenbach-Operette „La Périchole“ am Berliner Ensemble. Im Februar 2014 hatte Dagmar Manzels Hommage an Friedrich Hollaender „Menschenskind“ Premiere an der Komischen Oper Berlin. Eine CD ist bei der Deutschen Grammophon erschienen, eine Gesprächsbiografie mit Knut Elstermann beim Aufbau-Verlag unter gleichem Titel 2017.

In der Spielzeit 2017/18 ist sie an der Komischen Oper Berlin gleich in zwei Operetten von Oscar Straus zu erleben: als Cleopatra in „Perlen der Cleopatra“ und als „Eine Frau, die weiß, was sie will!“ Aktuell ist sie dort als Golde in „Anatevka“ zu sehen. Daneben steht sie mit Ulrich Matthes auf der Bühne des Deutschen Theaters: Das Zweipersonenstück „Gift“, für das Dagmar Manzel mit dem renommierten Theaterpreis Faust ausgezeichnet wurde, ist dort umjubelt und immer ausverkauft genauso wie das Beckett-Stück „Glückliche Tage“. 2017 erhält Dagmar Manzel den Goldenen Vorhang, den Zuschauerpreis des Berliner Theaterclubs, unter anderem für ihre Darstellungen in „Glückliche Tage“, „Gift“ und „Die Perlen der Cleopatra“.

In den letzten Jahren hat sich Dagmar Manzel auch im Bereich Hörbuch weiter profiliert. So gewann sie den Deutschen Hörbuchpreis 2013 in der Kategorie Beste Interpretin für Ihre Lesung des Romans „August“ von Christa Wolf. Weitere Hörbücher umfassen Werke von James Joyce („Dubliner“), Judith Schalansky („Der Hals der Giraffe“) und Henry David Thoreau („Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat“).



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