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Schorsch ist Gärtner in einer bayerischen Kleinstadt und schuftet täglich in seinem Betrieb, der kurz vor der Pleite steht. Er redet nicht gern und auch nicht viel. Hat er nie. Die Ehe mit seiner Frau ist längst entzaubert und zu allem Überfluss möchte seine Tochter jetzt auch noch an die Kunstakademie. „Ein solcher Schmarrn!“ ist alles, was Schorsch dazu einfällt. Nur über den Wolken, in seinem klapprigen Propeller-Flugzeug, einer alten Kiebitz, fühlt sich Schorsch wirklich frei.

Doch dann missfällt dem Chef des lokalen Golfplatzes, den Schorsch angelegt hat, der Grünton des Rasens und Schorsch bleibt auf seiner Rechnung sitzen. Als der Gerichtsvollzieher kurz darauf sein geliebtes Flugzeug pfänden will, setzt sich Schorsch in die Kiebitz, packt den Steuerknüppel und fliegt einfach davon. Ohne zu wissen, wohin.

Es beginnt eine Reise, die ihn an ungekannte Orte führt, voller skurriler und besonderer Begegnungen – und mit jedem Start und jeder Landung öffnet der Gärtner ganz langsam sein Herz wieder für das, was man eine Ahnung von Glück nennt...














„Oscar-Besitzer Florian Gallenberger kann sich bei seinem fliegenden Roadmovie quer durch die Republik auf ein exzellentes Ensemble verlassen. Allen voran Elmar Wepper, der in dieser luftigen Tragikomödie mit leinwandpräsenter Lässigkeit vom mürrischen Saulus zum empathiefreudigen Paulus mutiert. Einmal mehr präsentiert sich der einst als Serien-Mime unterforderte, von Doris Dörrie für die Leinwand schließlich wachgeküsste Schauspieler in der (Kirsch)Blüte seiner Karriere. ... Regisseur Gallenberger inszeniert sein tragikomisches Märchen über unerfüllte Träume als fliegendes Roadmovie, quer durch die Republik. Die Luftaufnahmen mit dem roten Doppeldecker bieten in Cinemascope reichlich Schauwerte. Luftig geht es gleichfalls dramaturgisch zu: Clever in Episoden verpackt, kommt keine Langeweile auf. Als großer Coup erweist sich einmal mehr Elmar Wepper, der als Grantler wider Willen zu Hochform aufläuft. Mit leinwandpräsenter Lässigkeit mutiert er vom mürrischen Saulus zum empathiefreudigen Paulus.“


programmkino.de


„Ein Film, der der Seele gut tut.“


BR Bayern1 "Blaue Couch"


„Dass man vor dem Leben nicht einfach davonfliegen kann, lernt er unterwegs durch die junge Philomena (eine echte Entdeckung: Emma Bading), die sich an Bord schmuggelt. Wie sie seine harte Schale knackt und ihn auf den richtigen Weg bringt, ist ein Herzöffner und so berührend wie amüsant.“


Brigitte WIR


„Elmar Wepper läuft als Grantler zu bestechendender Hochform auf.“


Süddeutsche Zeitung"


„Allein schon wegen der nie angestrengt wirkenden Wandlungsfähigkeit, die Schorsch demonstriert, erobert der Film das Gemüt der ZuschauerInnen. Die Figur liefert Wepper eine Paraderolle, die er vorzüglich nutzt, um einen glaubhaften, lebendigen Charakter bayerischer Prägung zu spielen.“


kino-zeit.de


„Oscar-Preisträger Florian Gallenberger kann sich auf ein exzellentes Ensemble verlassen.“


biograph


„Die Komödie erzählt liebevoll von unerfüllten Träumen, mutigen Entscheidungen und der Schönheit des Lebens – wenn man es eben nicht einfach an sich vorbeiziehen lässt.“


Start Magazin


„Warmherzig betrifft es am besten, um den neuen Film von Florian Gallenberger zu beschreiben. Der Film findet den richtigen Ton um Gefühl, Charme und Bodenständigkeit.“


Filmjournal Duisburg


„Die Figuren haben Herz und Zunge allesamt am rechten Fleck, was den Film zusammen mit der tollen Besetzung und dem unzuckrigen, tragikomischen Finale zu einer runden Sache macht.“


klenkes


„Eine sehenswerte Komödie, die feinfühlig erzählt von unerfüllten Träumen, mutigen Entscheidungen und der außergewöhnlichen Kraft des Herzens, die es erfordert, große Hürden zu überwinden.“


Gießener Allgemeine


„Eine Glanzleistung des tollen Hauptdarstellers Elmar Wepper. Wepper besitzt die Fähigkeit, mit ganz wenig mimischem Aufwand ganz viel auszudrücken. Meist bleibt er bei den wechselnden Begegnungen, die Schorsch durchlebt, passiv, agiert zurückhaltend und nimmt das oft exaltierte, merkwürdige Verhalten seiner Gegenüber mit stoischer Miene hin. Doch hinter der Fassade rumort es spürbar, der anfangs noch so abweisende Blick verändert sich zuerst noch fast unmerklich. Dieser Schorsch, der jahrzehntelang im Immer-Gleichen erstarrt war, öffnet sich ganz allmählich. Wie Wepper das langsame Aufblühen des Mannes in feinen Nuancen herausarbeitet, haucht dem Film Leben ein.“


filmstarts.de




In Kürze mehr.














Hier erfahren Sie ab dem Kinostart stets aktuell, in welchen Kinos GRÜNER WIRD’S NICHT, SAGTE DER GÄRTNER UND FLOG DAVON ab dem 30. August 2018 zu sehen ist.



Mit dem Alarm-Dienst von kino-zeit.de werden Sie GRÜNER WIRD´S NICHT nicht verpassen. Einfach die gewünschte Postleitzahl eingeben und Sie erhalten einmalig eine Mail, sobald GRÜNER WIRD´S NICHT in Ihrer Gegend anläuft.



Elmar Wepper geht auf Kinotour und wird folgende Vorführungen besuchen. Weitere Veranstaltungen in Anwesenheit von Regisseur und Talents folgen. Für Updates aus erster Hand besuchen Sie die Facebook-Seite zum Film.

26. Juli: Open Air Butzbach
28. Juli: Open Air Augsburg
30. Juli: Open Air Frankenthal
2. August: Lichtburg Essen
4. August: Fünf Seen-Film Festival, Starnberg
8. August: Open Air Karlsruhe
9. August: Open Air Duisburg
10. August: Open Air Kassel
24. August: Filmfest Ludwigshafen


















1.
Der Kiebitz ist ein Doppeldecker-Unikat und wurde nach einem Bauplan selbst zusammengebaut. Das Flugzeug wiegt nur 280kg und fliegt entspannte 80-100 km/h. Er ist für extreme Notfälle mit einem Gesamtrettungssystem ausgerüstet.

2.
Theoretisch kann der Kiebitz auf jedem Feld, das hindernisfrei und länger als 200m ist, landen. In Deutschland muss allerdings stets auf zugelassenen Plätzen gelandet werden.

3.
Wird der Kiebitz solo geflogen, muss der Pilot hinten Platz nehmen, damit der Schwerpunkt im zulässigen Bereich liegt.

4.
Der Kiebitz wird um drei Achsen gesteuert: Die Querruder, das Höhenruder sowie das Seitenruder. Durch Bewegung des Steuerknüppels nach rechts und links wird das Flugzeug in der Waagrechten gehalten. Durch Ziehen und Drücken wird der Steig-  und Sinkflug gesteuert. Mittels Fußpedalen wird die Richtung sowohl am Boden als auch in der Luft gehalten.

5.
Der Vortrieb kommt durch den Motor, der sich der Nase des Flugzeugs befindet. Eine Besonderheit des Motors liegt darin, dass je Zylinder zwei Zündkerzen verbaut sind die durch unabhängige Zündkreise abgesichert sind. Auch bei Ausfall eines Zündkreises, einer oder mehrerer Zündkerzen, ist der Motor mit geringen Leistungsverlusten voll funktionstüchtig.

 


6.
Aufgrund seines geringen Gewichts kann der Kiebitz bereits nach ca. 50-100m abheben.

7.
Die Tragflächen sind mit einem speziellen, hochfesten Kunststoff bespannt. Dadurch wiegt die untere Tragfläche lediglich ca. 14 Kilogramm, die obere nur ca. 16 Kilogramm.

8.
Der Rumpf der Kiebitz ist aus einem Stahlrohrrahmen gefertigt und genietet.

9.
Zur Federung des Fahrwerks werden Expandergummis verwendet.

10.
Für den Dreh wurde der Kiebitz ein wenig umgebaut. Damit Elmar Wepper nicht selbst das Flugzeug steuern muss, wurden am vorderen Sitzplatz Hebel für Bremse und Gashebel eingebaut, so dass ein erfahrener Pilot den Kiebitz auch von vorn sicher starten und landen kann, während Elmar Wepper auf dem eigentlich Pilotensitz so tun kann, als würde er selbst steuern.


Wie war es für Sie mit dem Oscar®-Preisträger Florian Gallenberger zu drehen?
Florian ist ein ganz großartiger Regisseur! Er nimmt sich Dinge zu Herzen und bringt fachlich zweifelsfrei alles mit, schließlich hat er bereits sehr große und erfolgreiche Projekte realisiert. Florian ist aber vor allem ein „Schauspieler-Regisseur“. Man fühlt sich bei ihm gut aufgehoben. Er schaut ganz genau hin, sagt auch sehr genau, was er sich wünscht und vorstellt. Als Schauspieler kann man sich dann da nicht passiv verhalten, sondern muss schon auf den Punkt kommen. Es ist eine tolle Arbeit.

Nach den großen Erfolgen von KIRSCHBLÜTEN - HANAMI und DREIVIERTELMOND haben Sie erneut mit dem Produzenten Benjamin Herrmann zusammengearbeitet. Wie erleben Sie diese gemeinsame Zeit?
Mir hilft es oder hat es sehr geholfen, dass ich Benjamin nun schon viele Jahre kenne. Es ist über die gemeinsame Arbeit ein Vertrauen entstanden. Man muss sich dann nicht mehr positionieren, kann auf Augenhöhe miteinander kommunizieren und auch mal offen und ehrlich sagen wie es ist oder wie es einem gerade geht. Das ist mir sehr wichtig. In allen künstlerischen Dingen ist Nähe immer etwas sehr Positives. Es bietet die Möglichkeit, sich intensiver und konstruktiver austauschen zu können.

Wie haben Sie sich auf die Rolle des Gärtners vorbereitet? Haben Sie einen grünen Daumen?
Ich glaube, das mit dem grünen Daumen ist eine Geschichte, die reift. Ich hatte schon immer eine Affinität zu Pflanzen. Nun habe ich seit 25 Jahren einen Garten und da lernt man das Gärtnern einfach über die Jahre und kriegt so einen grünen Daumen. Man weiß dann, wann man den Rasen ansät, wie viel Wasser die Rhododendren bei Trockenheit vertragen, ohne dass sie Schaden nehmen und so weiter. Das ist alles learning by doing.

Für die Dreharbeiten musste ich aber beispielsweise lernen, einen Bagger zu steuern. Das war tatsächlich eine große Herausforderung. Ich habe geübt, viermal die Woche für jeweils 1,5 Stunden. Dann hast Du da diesen Joystick, der in vier Richtungen geht und jede Richtung hat dann noch eine Zusatzfunktion. Mal geht der vordere Arm runter, mal öffnet sich die Schaufel, mal schließt sie sich. Dann gibt es noch zwei Hebel um vorwärts, rückwärts oder auch mal eine Kurve zu fahren. Daran bin ich verzweifelt, denn mir war klar, dass wir für die Baggerszene auf dem Golfplatz nur eine Chance haben werden. Als schließlich die Klappe für diese Szene fiel, hat dieser Bagger natürlich genau das Gegenteil gemacht – ich habe es schlichtweg versaut. Am Ende haben wir es aber dann doch noch irgendwie gepackt und konnten die Szene retten.


Was hat Sie an der Rolle des Georg „Schorsch“ Kempter besonders fasziniert?
Es ist für einen Schauspieler natürlich immer interessant, eine Figur darstellen zu dürfen, die eigentlich immer dieselbe ist, aber am Ende doch eine andere, weil sie eine innere Entwicklung durchmacht. Das muss nicht heißen, dass sich in deren Leben dann alles grundlegend verändern muss. Aber wenn sich für die Figur innerhalb der Geschichte eine neue Perspektive eröffnet, den Blick auf etwas Neues freilegt, dann hat das einen Reiz das zu spielen. Und genau das passiert dann mit Schorsch, der ja eigentlich ganz verhärmt ist und eigentlich mit vielen Dingen im Leben schon abgeschlossen hat.

Für Ihre Figur Schorsch bedeutet das Fliegen, sich frei von allem zu fühlen. Wann fühlen Sie sich frei?
Ich muss nicht in ein Flugzeug steigen und Richtung Nordkap fliegen. Ich bin viel gereist in meinem Leben. Dahin gehen meine Sehnsüchte gar nicht. Freiheit ist für mich, wenn ich über meine Zeit verfügen kann. Freiheit ist für mich zum Beispiel auch – und das klingt jetzt ganz banal – mal so einen kleinen Jakobsweg zu laufen oder mit meinem Hund und meiner Frau spazieren zu gehen, über uns zu reden und dabei festzustellen, dass es einfach schön ist. Das soll jetzt nicht nach falscher Bescheidenheit klingen, aber es geht immer darum wie man Dinge empfindet.

Haben Sie vielleicht auch, ähnlich wie Schorsch, einen Traum, den Sie schon viel zu lange vor sich herschieben?
Eigentlich nicht, nein. Theoretisch, und das kennt jeder, gibt es Träume, Wünsche oder Vorstellungen, die man hat, bei denen es aber eigentlich gut ist, dass sie sich nicht erfüllen. Nicht weil sie so riskant sind, sondern weil man für sich weiß, dass der Gedanke daran in manchen Situationen auch schön sein kann. Man muss sich den Traum dann gar nicht mehr erfüllen. Für mich persönlich – und das hängt sicher mit dem Älterwerden zusammen – verfestigt sich zunehmend der Wunsch, sehr achtsam mit meiner Zeit und mit den Menschen, die mir am Herzen liegen, umzugehen. Zeit mit ihnen bewusst zu leben.




Wie sind Sie auf das Buch und die Geschichte aufmerksam geworden?
Benjamin Herrmann: Elmar Wepper, der mit dem Autor der Romanvorlage, Jockel Tschiersch, bekannt ist, erzählte mir 2016 von dem Buch. Wir kennen uns seit unserer gemeinsamen Arbeit an Doris Dörries KIRSCHBLÜTEN – HANAMI und sind seitdem befreundet. Ich habe den Roman sofort gelesen und die Hauptfigur des Romans war natürlich eine Paraderolle für Elmar, der ja nur noch Filme dreht, die ihm viel bedeuten. Und es war eine Geschichte, die sehr gut zu Majestic als Produktion und Verleih passt.

Was hat Sie daran gereizt?
Florian Gallenberger: Mich hat vor allem die Hauptfigur Schorsch gereizt. Ich kenne diesen Männertypus, der missmutig auf die Welt schaut, nicht über Gefühle spricht und sich insgeheim als Opfer fühlt. Einen solchen Mann auf eine Reise zu schicken, auf der dieser innere Panzer, den er um sich aufgebaut hat, Schritt für Schritt wegschmilzt und er dadurch wieder neuen Zugang zu sich, seinen Gefühlen und letztlich seinem Leben findet, das wollte ich schon sehr gerne erzählen.

Wie lange hat die Entwicklung gedauert?
Benjamin Herrmann: Wir haben im Sommer 2016 losgelegt, konnten sehr schnell Gernot Gricksch als Drehbuchautor gewinnen, hatten Ende 2016 eine erste Fassung, mit der wir finanzieren und besetzen konnten. Bereits im August 2017, ein Jahr nach Beginn der Arbeit, starteten die Dreharbeiten. Das war rasend und erfrischend schnell, die nur funktionieren konnte, weil Florian und ich ein so eingespieltes Team sind.


War Elmar Wepper die erste Wahl für die Rolle des Georg "Schorsch" Kempter?
Florian Gallenberger: Er war für uns nicht nur die erste Wahl, sondern einer der wichtigsten Gründe, warum wir den Film so gerne machen wollten. Elmar ist ja nicht nur ein wunderbarer Schauspieler, der besonders jetzt, in dem Alter, in dem er ist, geradezu aufblüht, sondern er ist auch ein großartiger Mensch, mit dem zu arbeiten für uns eine große Freude und Ehre war. Er gibt diesem Film seine Seele und keiner hätte das besser gekonnt. Für uns ist Elmar ein ganz Großer!

Wenn sich Produzent und Hauptdarsteller schon viele Jahre kennen, wie wirkt sich das auf die gemeinsame Arbeit aus?
Benjamin Herrmann: Alle drei Kinofilme, in denen Elmar die Hauptrolle spielt, KIRSCHBLÜTEN – HANAMI, DREIVIERTELMOND und nun GRÜNER WIRD’S NICHT... habe ich ins Kino gebracht. Das sorgt schon für ein großes Vertrauensverhältnis und, in unserem Fall, für eine Freundschaft. So dass wir beide sofort Feuer und Flamme waren, diese Geschichte gemeinsam zu verfilmen.

Sie haben sich während des gemeinsamen Studiums an der Münchener Filmhochschule kennengelernt und sind seitdem beruflich untrennbar. Wie würden Sie Ihre Zusammenarbeit beschreiben?
Florian Gallenberger: Benjamin und ich kennen uns so lange und so gut, dass wir sehr schnell wissen, was der andere denkt und wie er bestimmte Dinge sieht. Das macht die Kommunikation viel einfacher. Oft müssen wir gar nicht erst lange kommunizieren, denn wir wissen eh, was der andere sagen wird. Und wir kennen natürlich unsere jeweiligen Stärken sehr gut und können uns so gegenseitig ergänzen und unterstützen.




Ihre gemeinsamen Projekte sind eigentlich immer eine große Herausforderung, seien es die Dreharbeiten in China für JOHN RABE oder in Europa und Südamerika für COLONIA DIGNIDAD. Dieses Mal sind Sie nicht in die Ferne geschweift und dennoch: Vor welchen produktionstechnischen Herausforderungen steht man, wenn man ein "Roadmovie über den Wolken" dreht?
Florian Gallenberger: Auch wenn GRÜNER WIRD'S NICHT… vom Aufwand ein kleinerer Film war als JOHN RABE oder COLONIA DIGNIDAD, so hatte er doch seine Herausforderungen. Wir waren ja ständig auf Achse, haben in Bayern, Brandenburg, NRW, Sachsen und auf Norderney und Sylt gedreht. Das ist ein enormer logistischer Aufwand und gibt einem an keinem Ort die Zeit, anzukommen und sich einzuarbeiten, denn kaum hat man angefangen, zieht die Karawane schon wieder weiter. Aber das ist ja auch das reizvolle an diesem Stoff. Es ist eine Reise durch Deutschland und man erlebt im Film die Vielfalt und die atemberaubende Schönheit des Landes wirklich sehr eindrücklich.

Benjamin Herrmann: Der Film hatte vier große Herausforderungen: erstens musste man im Drehbuch die feine Balance aus Leichtigkeit und emotionaler Tiefe hinbekommen. Dann musste man ein Ensemble an hochkarätigen Darstellern zusammenstellen, die den Figuren, die zum Teil ja nur zwei bis drei Szenen haben, dennoch eine Authentizität und Originalität verleihen, von der man gerne mehr sehen will. Drittens brauchte man hinter der Kamera ein Team, das mit überschaubaren Mitteln ganz unterschiedliche, dennoch glaubwürdige Orte kreiert und die Schauspieler strahlen lässt: Daniela Knapp an der Kamera und Erwin Prib als Produktionsdesigner haben mit ihren Crews hier Großartiges geleistet. Und viertens war die Drehlogistik eine riesige Herausforderung, die das Team um unsere Herstellungs- und Produktionsleiter Bülent Nacaksiz und Ole Nicolaisen gemeistert haben – zusammen mit unglaublichem Wetterglück.

Wie sind Sie auf das Flugzeug aufmerksam geworden?
Benjamin Herrmann: Im Roman ist das Flugzeug eine Piper, d.h. ein Flugzeug mit einer geschlossenen Kanzel. Ich wollte aber unbedingt einen offenen Flieger, am liebsten einen Doppeldecker, weil die so toll aussehen und außerdem in ihrer Altmodigkeit zu Schorsch passen. Wir haben uns zahllose Flugzeuge angesehen, sind regelrecht zu Spezialisten geworden, und haben letztlich auf einem Flugplatz in Sachsen durch Zufall in einer Halle eine rote Kiebitz gefunden, einen Doppeldecker, den man nicht fertig kaufen kann, sondern nur als Bauplan – die Teile muss man sich dann zusammensuchen und selbst zusammenbauen. Die Maschine gehörte Jan Meißner, der eine Flugschule betreibt, und der, manchmal muss man Glück haben, Teil unseres Teams wurde und den Doppeldecker bei sämtlichen Flugaufnahmen in ganz Deutschland geflogen hat.




Wurde chronologisch gedreht oder sind Sie kreuz und quer durch Deutschland gereist?
Florian Gallenberger: Wirklich chronologisch dreht man ja eigentlich nie, aber bei uns war es schon ein wenig verrückt. Wir haben aufgrund der Darsteller-Verfügbarkeiten mit dem letzten Drittel des Films begonnen und haben dann anhand der Locations gedreht. Also immer alle Szenen, die an einem bestimmten Ort spielen und dann zum nächsten Ort. Von Chronologie kann da also keine Rede sein und das ist dann manchmal schon schwierig, besonders für die Schauspieler, die ganze Zeit in der Geschichte des Films hin und her zu springen und trotzdem von den Emotionen her die Orientierung zu bewahren und glaubwürdig zu bleiben.

Können Sie grob überschlagen, wie viel Strecke die Produktion insgesamt zurückgelegt hat?
Florian Gallenberger: Da ist schon einiges an Kilometergeld zusammengekommen. Besonders in der Vorbereitung, denn jeder Drehort muss ja erstmal gefunden und geprüft werden, da reist man auch zu vielen Orten, die im Film dann gar nicht vorkommen... Ich denke, dass wir für knapp drei Monate die ganze Zeit kreuz und quer durch Deutschland gefahren und geflogen sind.

Wie sind die Flugaufnahmen zustande gekommen?
Benjamin Herrmann: Normalerweise würde man derartige Flugaufnahmen mit einem Hubschrauber drehen, da eine Drohne zu langsam wäre. Aber Hubschrauber sind für so viele Drehorte unbezahlbar und sorgen zudem für zu viele Verwirbelungen, die den Doppeldecker gefährdet hätten. Dazu fliegt der Doppeldecker mit ca. 80 km/h sehr langsam, eine Geschwindigkeit, bei der fast alle anderen Flugzeuge abstürzen würden. Also haben wir an einem zweiten Ultraleichtflugzeug, einer Savage, einen fernsteuerbaren Kamerakopf befestigt und dieses Setup immer wieder getestet, bis die Ergebnisse gut waren. Ein zweiter Kameramann, Markus Eckart, hat diese Kamera dann aus dem Kameraflugzeug gesteuert. Nun kann man mit Flugzeugen ja nicht einfach in der Luft stehen bleiben, um die richtige Position für eine Aufnahme zu finden, so dass die beiden Piloten, Tom Huber und Jan Meißner, extrem koordiniert arbeiten mussten und ein großes Vertrauen in die fliegerischen Qualitäten des jeweils anderen brauchten. Zum Teil waren die Flugzeuge in der Luft nur Meter voneinander entfernt. Mit dieser Konfiguration haben wir dann halb Deutschland abgeflogen, teils mit der Philomena-Darstellerin Emma Bading mit an Bord, teils mit Elmar Wepper selbst; bei den meisten Aufnahmen saß ich als Regisseur der Flugaufnahmen mit einem Monitor eingequetscht im Fußraum des Doppeldeckers. So sind die wirklich sensationellen Aufnahmen entstanden.




Bibliografische Angaben
Originaltitel: Grüner wird's nicht, sagte der Gärtner und flog davon
Originalverlag: Goldmann Verlag
Taschenbuch, Broschur, ca. 224 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-48473-7
ca. € 10,00 [D] | ca. € 10,30 [A] | ca. CHF 13,90*
(* empfohlener Verkaufspreis)


Vita des Autors Jockel Tschiersch
Jockel Tschiersch wurde 1957 in Weiler im Allgäu geboren und begann seine Karriere vor über 25 Jahren auf Münchner Kabarett-Bühnen. Dort nahm er auch Schauspielunterricht und arbeitet seit dieser Zeit hauptsächlich als Schauspieler bei Film und Fernsehen sowie in Gastrollen auch im Theater.

Auf der Bühne steht er zur Zeit mit dem Soloprogramm "Pubertät mit 50". Jockel Tschiersch lebt in Berlin. Nach "Rita und die Zärtlichkeit der Planierraupe" ist dies ein zweiter Roman bei Goldmann.